Mit Gottvertrauen
Trotz Ruhestandes möchte der Witwer Bernhard Drapatz noch arbeiten: als Diakon und dann als Priester
Diakonenweihe: Samstag, 17. Dezember 2011, 10.00 Uhr
Ort: Erfurter Domberg, St. Severi

Erfurt (BiP). St. Severi auf dem Erfurter Domberg ist für Bernhard Drapatz nicht irgendeine Kirche. Hier heiratete er und wurden seine vier Kinder getauft, hier feiert er jeden Sonntag die Heilige Messe mit, und von hier hat er seine Frau Christina vor drei Jahren zu Grabe getragen. Nun soll St. Severi auch seine Weihekirche werden, wo ihn Bischof Joachim Wanke am 17. Dezember zum Diakon weiht. Denn Bernhard Drapatz, Ruheständler und 63 Jahre alt, möchte Priester werden.

Man kann sich einen ruhigeren Lebensabend vorstellen, denn als Kleriker in die Seelsorge zu gehen. Doch nach dem Tod der Ehefrau, mit 57 Jahren nach langer, schwerer Krankheit, fragte sich der früh Verwitwete, wie es mit ihm weitergehen solle. Für die Kinder musste er nicht mehr sorgen, die hatten schon längst das Haus verlassen, sich beruflich etabliert und bis auf den jüngsten Sohn eigene Familien gegründet. So reifte der Wunsch, Diakon zu werden.

Die Idee kam nicht von ungefähr. Schon vor 30 Jahren hatte Drapatz ähnliche Überlegungen angestellt. Das war nach dem II. Vatikanischen Konzil (1962-65), das der katholischen Kirche wieder ermöglichte, verheirateten Männern das Amt eines ständigen Diakons zu übertragen. Ständig, das heißt, bis ans Lebensende und ohne spätere Priesterweihe. Im Lauf der Kirchengeschichte hatte sich nämlich das ursprünglich selbständige Diakonat zu einer Art Vorstufe des Priestertums entwickelt, das nur ehelos lebenden Männern offensteht. Seit dem Konzil können nun auch Verheiratete als Diakone – übersetzt heißt das: Diener, Helfer – in der Messe das Evangelium verkünden, taufen, Religionsunterricht geben und sich in der Gemeinde besonders um Notleidende, Alte und Kranke kümmern.

Damals entschied sich Bernhard Drapatz gegen diesen Weg – wegen der Familie mit kleinen Kindern und pflegebedürftigen Eltern und Schwiegereltern. Er engagierte sich aber weiterhin in der Severi-Gemeinde. "Das Herz hing und hängt immer an der Kirche", sagt er über seinen Lebensweg. Wie seine Frau stammt er aus einer katholischen Familie. Als Junge war Bernhard Ministrant, später sang er in der Schola und heute noch im Dombergchor mit und hat sich 39 Jahre lang als Diakonatshelfer der Gemeinde zur Verfügung gestellt, um zu helfen, wo Not am Mann war. Dazu gehörte auch, Wortgottesdienste zu leiten und das Evangelium auszulegen, denn die Thüringer Katholiken leben nach wie vor als Minderheit, und nicht an jedem Ort kann sonntags mit einem Priester die Messe gefeiert werden.

Der Glaube, die Auseinandersetzung mit ihm und seine Vertiefung spielten für Familie Drapatz immer eine große Rolle. Das Ehepaar absolvierte sogar Ende der 70er Jahre einen Fernkurs Theologie. In einem der Severi-Familienkreise, die sich aus mehreren Ehepaaren und ihren Kindern zusammensetzen, führte man oft Glaubensgespräche. Besonders zu Zeiten der DDR mit ihrem staatlich verordneten Atheismus halfen solche Zusammenkünfte, die christliche Identität zu wahren und zu leben.

Das galt auch für die Treffen in der katholischen Studentengemeinde, als Bernhard Drapatz von 1968 bis 1972 in Dresden Feingerätebau und Elektronik studierte. Zuvor hatte er im VEB Optima Büromaschinenwerk eine Berufsausbildung als Mechaniker mit dem Abschluss Abitur absolviert. Weil er als Christ nicht an der Jugendweihe mit ihrem Bekenntnis zum sozialistischen Staat teilgenommen hatte, blieb ihm der direkte Weg zum Studium über die Erweiterte Oberschule (EOS) verwehrt.

Die Vorträge, Diskussionen, ökumenischen Treffen und Arbeitskreise in der Studentengemeinde bezeichnet Drapatz als sein "zweites Studium". Hier setzte man sich auch mit Atheismus und Sozialismus auseinander und war so gut gerüstet für Begegnungen mit Andersdenkenden. Auch im Berufsleben. Als Diplom-Ingenieur kehrte er nach Erfurt zurück, um im Kombinat Zentronik im Bereich Mikro-Elektronik zu arbeiten. "Wir haben uns nicht nur mit Hardware und Software beschäftigt, sondern auch über Gott und die Welt gesprochen. Das waren durchaus heiße Debatten", erinnert sich Drapatz an die Pausengespräche. Kurios sei gewesen, dass unter den jungen Uni-Absolventen in seiner Abteilung viele Christen verschiedener Bekenntnisse waren. Die jungen Leute verstanden sich gut, für den Betrieb offensichtlich zu gut, denn als der von der Sache Wind bekam, wurde die Gruppe der Berufsanfänger auf Abteilungen mit zuverlässigen Genossen aufgeteilt.

Beruf, Familie, Gemeindeleben – so hätte es noch lange weitergehen können. Doch dann kam das Jahr 1989 mit der friedlichen Revolution. Niemand wusste genau, wie die Zukunft aussehen würde. Und obwohl Bernhard Drapatz die "Wende" als Befreiung begrüßte, sorgte er sich auch manchmal. Nach dem Studium hatte er geheiratet und war jetzt Vater von zwei Söhnen und zwei Töchtern im Alter von sechs bis 17 Jahren. Der Familienvater wollte die Zukunft mitgestalten und erarbeitete mit anderen Männern und Frauen in der Katholischen Sozialen Aktion beispielsweise Wahlprüfsteine für die erste demokratische Wahl in Ostdeutschland. 1991 wechselte er in den Landesdienst, wo er fortan für Petitionen und Eingaben zuständig war.

Im Jahr 2000 wurde bei Christina Drapatz eine lebensbedrohliche Krankheit diagnostiziert. Eine lange Leidenszeit begann, für die ganze Familie. "Meine Frau hat nicht geklagt, sondern die Krankheit mit Gottvertrauen bis zuletzt ertragen. Das hat auch uns getröstet und unser Vertrauen gestärkt." Letzten Endes hätten alle ihre Fragen auf Gott hingeführt, "im Guten", sagt Bernhard.

Ein Jahr nach der Beerdigung ging Drapatz zum Bischof und bot sich als Diakon an. Seine Kinder, mit denen er zuerst über diesen Plan gesprochen hatte, reagierten positiv: "Das ist haargenau das Richtige für dich", ermutigten sie ihn. Vater und Großvater – mittlerweile ist das vierte Enkelkind unterwegs – würde er ja weiter bleiben. Auch der Bischof freute sich über den Entschluss und gab die Anregung, sich zum Priester weihen zu lassen. Bernhard Drapatz überlegte und sagte zu. Die Beziehung zu seiner verstorbenen Frau trübt das nicht. Im Gegenteil sogar: "Ich fühle mich bei dieser Entscheidung in Übereinstimmung mit Christina", sagt er, der in wenigen Tagen geweiht werden soll.

Hinter ihm liegt jetzt eine intensive Zeit: Gespräche, Gebete – und Studien. Das Bistum Erfurt hat Drapatz in Übereinstimmung mit den Ordnungen der Kirche eine Intensiv-Ausbildung zukommen lassen, die auf dem theologischen Fernkurs und den Erfahrungen als Diakonatshelfer aufbauen konnte. Vorlesungen und Seminare nach Feierabend an der Katholisch-Theologischen Fakultät in Erfurt, Ausbildungsgänge an der Ordenshochschule der Salesianer in Benediktbeuern, Kurse bei Weihbischof Hauke und dem Erfurter Regens. In dieser Woche endet ein Praktikum in verschiedenen Seelsorgebereichen im Bistum, dann folgen vor der Weihe fünftägige Exerzitien.

Als Diakon wie später als Priester wird Bernhard Drapatz in Erfurt wohnen bleiben. Der Bischof hat ihn für besondere Dienste in der Seelsorge vorgesehen, und Drapatz freut sich darauf. "Ich muss mich nicht um Verwaltungsgeschichten kümmern, sondern kann mich ganz den Menschen widmen, zu denen ich gehe oder die mich aufsuchen", sagt er. Es sei keine leichte Entscheidung gewesen, es gehöre auch Mut und Beistand "von oben" dazu, meint Drapatz. Aber er wolle und könne auf Gott vertrauen. "Wie Christina", fügt er hinzu.
Peter Weidemann

Stichwort: "Diakon, Diakonenweihe"

In der Katholischen Kirche ist die Weihe mit ihren Stufen Diakonen-, Priester- und Bischofsweihe eines der sieben Sakramente. Der Begriff "Diakon" stammt vom griechischen Verb "diakonein" ab und bedeutet "Diener", "Helfer". Während der ersten Jahrhunderte waren die Diakone unmittelbare Helfer des Bischofs und kümmerten sich vor allem um Arme und Kranke. Ab dem 9. Jahrhundert ging die Eigenständigkeit des Amtes verloren. Zum Diakon wurde nur noch geweiht, wer später Priester werden wollte. So wurde das Diakonat zur "Durchgangsstufe" auf dem Weg zum Priesteramt. Erst das Zweite Vatikanische Konzil 1962-65, die Versammlung aller katholischen Bischöfe, betonte wieder stärker die ursprüngliche Bedeutung. Seitdem werden auch verheiratete Männer zu Diakonen geweiht, die ihren Dienst in der Gemeinde verrichten. Unverheiratete, auch verwitwete, Männer können ebenfalls Ständiger Diakon werden, für sie bleibt die Ehelosigkeit allerdings verpflichtend.

Zu den Aufgaben des Diakons gehören unter anderem die Assistenz im Gottesdienst, Taufen, Eheschließungen und Beerdigungen, Erteilen von Religionsunterricht und Katechesen sowie die Sorge um die Mitglieder der Gemeinde, besonders Alte und Kranke.

Im Rahmen der Weihehandlung innerhalb einer Heiligen Messe liegt der Kandidat vor dem Altar auf dem Boden. Dies geschieht zum Zeichen, dass er sich ganz Gott übereignen will. Der Bischof weiht durch Handauflegung und Gebet. Vom Pfarrer der Heimatgemeinde wird dem neuen Diakon das liturgische Gewand angelegt. Der Bischof überreicht das Evangelienbuch, aus dem die Botschaft Jesu Christi verkündigt werden soll, und besiegelt mit einer abschließenden Umarmung als Friedensgruß die Aufnahme in das neue Amt. Am Ende des Gottesdienstes werden der neue Diakon und seine Familie eigens vom Bischof gesegnet.
 

 

Dank von Bischof Dr. Joachim Wanke nach dem Abschluss der Deutschland-Reise von Papst Benedikt XVI.
„Es kommt nicht so bald wieder vor, dass ein Papst Thüringen besuchen wird. Mir ist es ein Anliegen, all denen sehr herzlich zu danken, die anlässlich des Besuches von Papst Benedikt XVI. in Erfurt und im Eichsfeld für das Gelingen dieser Visite einen Beitrag geleistet haben. Nur dank einer großen Schar von Helferinnen und Helfer war ein solcher Besuch logistisch zu meistern. Danken möchte ich auch den Behörden des Freistaats, der Stadt Erfurt sowie dem Landkreis Eichsfeld für ihre Unterstützung.
Auch möchte ich allen für ihr Verständnis danken, die Einschränkungen in ihrem persönlichen oder betrieblichen Umfeld auf sich genommen haben, weil bestimmte Sicherheitsvorkehrungen seitens der Behörden angeordnet werden mussten. Ich hoffe, dass dennoch der Besuch des Papstes in guter Erinnerung bleibt und für ganz Thüringen nachhaltig ein Segen bleibt.“


Mittelalterliche Malereien in der Erfurter Peterskirche retten.
Joachim Gauck unterstützt Collegiatstift St. Peter & Paul
Mit einem augenzwinkernden Blick auf die „5er Sätze“ der Collegiatsregel und das 5-Bausteinekonzept spendete Joachim Gauck 5.555,55 € für den Erfurter Förderverein Collegiatstift St. Peter & Paul e.V.
„Gern unterstütze ich diese ökumenische Initiative in Erfurt. Und zwar aus drei Gründen:
Zum einen, weil ich die Thüringische Landeshauptstadt für eine der schönsten Städte in Deutschland halte.“ Zum anderen sei er von der Idee einer generationenübergreifenden Lebensgemeinschaft fasziniert, „die in intelligenter Weise Tradition und Moderne aufeinander bezieht.“
Gauck betonte, dass auch mit Blick auf den demografischen Wandel lebens-reformerische Modelle künftig wieder verstärkte Aufmerksamkeit verdienen. „Ich liebe Menschen, die bereit sind, Eigenverantwortung und Verantwortung für das Gemeinwesen miteinander zu verbinden.“
Nicht zuletzt verdiene das Engagement des Fördervereins CPP e.V. zur Bewahrung eines so einzigartigen Kulturdenkmals, wie der romanischen Stifts- und Klosterkirche St. Peter und Paul, Sympathie und materielle Beteiligung. „Die Rettung der wertvollen mittelalterlichen Malereien in der Peterskirche halte ich für eine überaus wichtige und lohnende Aufgabe.“
Der Vorstandsvorsitzende des Fördervereins CPP e.V., Sebastian von Kloch-Kornitz, freut sich über diese prominente und großzügige Unterstützung. „Dies hilft uns und allen, die sich für die weitere Verlebendigung des Petersberges einsetzen.“
Der Förderverein des Collegiatstifts St. Peter & Paul e.V. unterstützt die intergenerationelle, ökumenische Gemeinschaft des Collegiats St. Peter & Paul und wirbt mit Nachdruck dafür, „das einzigartige Miteinander von Citadelle und Peterskirche als ein Erfurter Alleinstellungsmerkmal zu begreifen.“
Nach Meinung der Collegiaten, Vereinsmitglieder und Kuratoren, liegt in diesem Spannungsfeld die entscheidende Herausforderung und die Chance für eine geistliche, soziokulturelle und touristische Wiederbelegung des Petersberges. „Beides, die barocke Festungsanlage und die romanische Basilika“, so von Kloch, „sollen zu einem attraktiven, blühenden Dachgarten Erfurts entwickelt werden.“
An jedem Mittwoch, um 17 Uhr, lädt die ökumenische Gemeinschaft des Collegiats St. Peter & Paul zum Petersberger Abendgebet in die vormalige Stifts- und Klosterkirche ein.

 

KAUFMANNSKIRCHE AM ANGER
verlässlich geöffnet

Montag, Mittwoch, Freitag:
11 – 14 Uhr
Dienstag, Donnerstag, Samstag:
11 – 17 Uhr
Vereinbarung von
Führungen
Gemeindebüro, Röntgenstraße 28
Dienstag 16 – 17 Uhr
Mittwoch & Freitag 10 – 11 Uhr
Fon 0361.2626962 Fax 0361.64439861
E-Mail:ev.kaufmannsgemeinde@t-online.de

 

REGLER - KINDERCHOR 
Die Evangelische Reglergemeinde lädt ein. Kinder der Stadt Erfurt im Alter zwischen 7 - 14 Jahren. Zum Singen, Freude teilen und gemeinsamen Proben. 

Jeden Mittwoch 16 Uhr in das Reglergemeindehaus, 
Juri - Gagarin - Ring 103 (neben der Reglerkirche). 
Ziel ist die Hinführung zu mehrstimmigem Singen der Kinder.
Den Chor leitet Johannes Häußler, versierter und engagierter Kirchenmusiker der Evangelischen Reglergemeinde. Höhepunkte sind das Singen zu Familiengottesdiensten und die 
Vorbereitung eines Singspiels zur Sommermusik am 3. Juli.
Das Angebot komplettiert die kirchenmusikalische Arbeit der Reglergemeinde vom Vorschulsingen hin zur Regler - Singschar, einem leistungsfähigen Chor aus ehrenamtlichen Sängerinnen und Sängern. Willkommen zum Mitsingen und Freude teilen. 
Kontakt: Gemeindebüro der Reglergemeinde 562 98 62
per mail: reglergemeinde@t-online.de

 

Ökumenische Telefonseelsorge Erfurt sucht Menschen, die da sind
„Gut dass sie da sind“, sagen viele der 12.000 Anrufer, die im vergangenen Jahr die Nummer der Telefonseelsorge gewählt haben. Das Gefühl gehört und verstanden zu werden tut gut. Nicht mehr ganz so allein zu sein mit all den Fragen, Sorgen und Belastungen, weil am anderen Ende der Leitung jemand da ist, schon das kann entlasten und neue Hoffnung schöpfen lassen.
Die Telefonseelsorge möchte ihrer Zusage 
„Wir sind für Sie da – immer“ auch weiterhin gerecht werden und sucht für den Ausbildungskurs 2008 Menschen, die sich für diesen ehrenamtlichen Dienst interessieren. 
Informationen erhalten Sie unter der Nummer der Geschäftsstelle: 0361/5621620 oder bei einem Infoabend am Montag, dem 10.03.2008 um 18.00 Uhr in den Räumen der Klinikseelsorge, Helios-Klinikum, Haus 34 B, Eingang Baumerstraße.

 

NEUE TECHNIK FÜR ALTE MEDIEN
Homepage zur Bibliotheca Amploniana abrufbar


Eine mittelalterliche Bibliothek wie die Bibliotheca Amploniana einer breiteren Öffentlichkeit zu erschließen und gleichzeitig den Interessen der Wissenschaft zu genügen - vor dieser nicht einfachen Herausforderung stehen Wissenschaftler der Katholisch-Theologischen Fakultät Erfurt und Bibliothekare der Universitäts- und Forschungsbibliothek Erfurt/Gotha. Ein erster Schritt ist die Präsentation von vielfältigen Informationen im Internet unter einer zentralen Adresse: Seit Montag dieser Woche lassen sich diese Informationen zur Amploniana unter http://www.uni-erfurt.de/amploniana/ abrufen. 

*Ein Service der Universität für alle, die sich mit diesem einmaligen Bestand an Handschriften und frühen Drucken beschäftigen wollen", so Prof. Dr. Benedikt Kranemann, Dekan der Katholisch-Theologischen Fakultät und Dr. Kathrin Paasch, für die historischen Bestände zuständige stellvertretende Direktorin der Universitäts- und Forschungsbibliothek. Wer sich künftig über Vorträge zur Amploniana informieren möchte, wer einzelne Beispiele der Handschriften im Bild sehen möchte oder auch in den entsprechenden Katalogen blättern möchte, kommt über die Homepage weiter. Ein erstes Glanzstück ist die Online-Version des *Schum", die in Zusammenarbeit mit der zentralen deutschen Handschriftendatenbank *Manuscripta Mediaevalia' realisiert werden konnte. 1887 erschien in der Weidmannschen Buchhandlung zu Berlin dieses *Beschreibende Verzeichnis der Amplonianischen Handschriften-Sammlung zu Erfurt". Es trägt seinen Namen nach dem Verfasser Wilhelm Schum. Dieser einzige gedruckte Katalog der Amploniana wird von Wissenschaftlern nach wie vor intensiv benutzt, wenn sie Informationen zu den Erfurter Handschriften suchen, weiß Dr. Brigitte Pfeil, Mitarbeiterin der Fakultät im Amploniana-Projekt. Dass er jetzt online zugänglich geworden sei, bedeute eine große Erleichterung der Arbeit für viele Forscher, da dieser Katalog bislang längst nicht in jeder Universitätsbibliothek greifbar und auch antiquarisch kaum erhältlich war. Die Erfurter Arbeitsgruppe erhofft sich über die Homepage eine raschere Kommunikation über die verschiedenen Initiativen und wissenschaftlichen Projekte zur Erforschung der Amploniana. Das Interesse von Wissenschaftlern im In- und Ausland an dieser Forschungsinitiative der Universität Erfurt sei groß, wissen die beteiligten Erfurter Hochschullehrer und Bibliothekare. Aber man wolle auch die Öffentlichkeit in der Stadt, die sich mit *ihrer" Amploniana nach wie vor stark identifiziere, auf dem Laufenden halten und an der eigenen Arbeit Anteil geben. Dafür gibt es auf dem Erfurter Campus verschiedene Pläne. Noch in diesem Jahr wird die Amploniana-Arbeitsgruppe die Vorarbeiten zu einer CD-ROM beginnen, auf der Leben und Wirken des Amplonius Rating de Bercka ausführlich beschrieben werden und man auch in die Handschriften mehr als nur einen Blick werfen kann. Mit neuer Technik alte Medien zu erschließen - ein Vorgehen, das auch in Erfurt vielfältige Perspektiven eröffnen könnte und sicherlich auf Interesse stoßen wird. 
Dem Pfarrbrief gehört die Zukunft 
Das Bistum Erfurt unterstützt für pfarrbriefservice.de, wo es 
Materialien, Tipps und Tricks für die Pfarrbriefarbeit gibt 
In Sachen Kommunikation und Information gehört den 
elektronischen Medien die Zukunft. Dem Pfarrbrief auch! Eine gewagte 
These? Wohl kaum. 
Vorausgesetzt, man nimmt nicht gleich die ganze Welt, sondern die 
Kirchengemeinde vor Ort in den Blick. Dann erweist sich der Pfarrbrief 
als Medium mit ungeahnten Möglichkeiten: Mit ihm wird nicht nur die 
Kerngemeinde erreicht, sondern es lesen ihn auch viele Katholiken, die 
nach eigener Aussage selten oder nie zum Gottesdienst in die Kirche 
kommen. Selbst junge Leute zwischen 16 und 29 Jahren schauen gern 
hinein. So die Ergebnisse des Trendmonitors "Religiöse Kommunikation". 
Der Pfarrbrief muss natürlich gut gemacht sein. Das Bistum Erfurt ist 
darum Mitglied bei www.pfarrbriefservice.de geworden, einer Initiative 
deutscher Bistümer. Die Internetseite unterstützt Pfarrbriefmacher mit 
kostenlosen Texten, Fotos, Karikaturen und Grafiken, gibt Tipps für die 
Gestaltung und stellt Layoutvorlagen zur Verfügung. 
"Das ist ein unglaublicher Schatz, der geradezu darauf wartet, gehoben 
zu werden" zeigt sich Pressereferent Peter Weidemann begeistert, der im 
Bistum Erfurt künftig auch für die Pfarrbriefarbeit zuständig ist. 
Weidemann gehört zum Redaktionsteam von pfarrbriefservice.de, das nicht 
nur via Internet seine Dienste anbietet, sondern auch Ansprechpartner 
benennt, mit denen der persönliche Kontakt gesucht werden kann. 
Angesichts des anstehenden Elisabeth-Gedenkjahres freut sich Weidemann 
über die Möglichkeit, in der pfarrbriefservice.de-Rubrik "Bistum Erfurt 
spezial" druckfähige Fotos und Texte für den Pfarrbrief und die 
Internetseiten der Pfarrgemeinden zur Verfügung zu stellen. "Im Moment 
gibt es dort das Logo des Elisabeth-Jahres sowie professionelle Fotos 
von der Elisabeth-Figur im Dom und aus der Allerheiligenkirche", sagt 
er. Weitere Materialien sollen folgen. 
Im Veranstaltungskalender von pfarrbriefservice.de findet sich im 
Frühjahr 2007 ein Kurs, auf den Weidemann schon jetzt aufmerksam macht: 
Gemeinsam mit dem Bistum Dresden-Meißen lädt das Erfurter Bistum zu 
einem Medientag nach Gera, wo auch ein Workshop zur Pfarrbriefarbeit 
laufen wird. "Informativ und praxisorientiert, wie es auch 
pfarrbriefservice.de ist", wirbt Weidemann, der auf zahlreiche 
Teilnehmer in Gera ebenso hofft wie auf eine starke Nutzung der 
Internetseite durch die Pfarrbriefmacher. www.pfarrbriefservice.de